Das Hohelied Salomonis
Motetten von Giovanni Pierluigi da Palestrina
Vokalensemble Pentachord
Bläserensemble Douce Mémoires
Eintritt: 8 / 5 EURO
Leidenschaftliche Liebeslyrik der Wüstenvölker oder Sinnbild der innigen Liebe Christi zur Kirche? Das Hohelied als eines der rätselhaftesten Bücher im biblischen Kanon hat zu vielen, zum Teil höchst gegensätzlichen Interpretationen Anlass gegeben.
Von der üppigen Bildsprache dieser Liebeslieder haben sich Komponisten zu allen Zeiten inspirieren lassen. Dafür, dass viele der dabei
entstandenen Musikstücke sich in ein Spannungsfeld zwischen geistlicher und weltlicher Musik begeben, ist der 1584 erschienene Zyklus von Hohelied-Vertonungen Giovanni Pierluigi da Palestrinas ein Beispiel. Die Motette, lateinisch textiert und ursprünglich von
»gravità«, struktureller Ausgewogenheit und sachlich-objektivem Ausdruck geprägt, trifft hier auf das geschwindere, beweglichere
Madrigal mit seinen eng am (normalerweise italienischen) Text und seinen Bildern entlangkomponierten Ausdrucksextremen. Daher
verwundert es nicht, dass die Sammlung, gemessen an der Zahl der Nachdrucke eine der beliebtesten Palestrinas, im liturgischen
Zusammenhang eher selten erklang.
In dieser Aufführung werden die Texte teils gesprochen, teils gesungen, die Musik vokal und instrumental ausgeführt, eine wechselnde
Form der Darbietung, die dem Zuhörer den Zugang auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen ermöglicht.
Das Vokalensemble »Pentachord«, das sich seit den 1990er Jahren aus Liebhaberei der Musik der Renaissance widmet, und das
von ehemaligen Studentinnen des Hamburger Konservatoriums gegründete historische Bläserensemble »Douce mémoire« (auf
Renaissanceblockflöten) laden zu Perspektivwechsel und Standortfindung ein.
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