Kirche – Stadtteil – Gesellschaft

Die Kirche verkündigt das Reich Gottes. Sie verkündigt es in der Welt, in der wir leben. Für das Leben soll es Bedeutung bekommen, für das persönliche, aber auch das gemeinsame, das Gemeinwohl und den Gemeinsinn. Die Kirche trägt  Verantwortung in der Gesellschaft, nicht nur durch diakonisches Handeln, sondern auch durch ihr Wort zur Sache. Sie bezieht Stellung. Sie tut dies auf unterschiedliche Weise. Sie tut dies nicht im Besitz, sondern in Angewiesenheit auf Gottes Geist. An dieser Stelle informieren wir über Positionen der Kirchengemeinde (Kirchenvorstand) Ottensen, des Kirchenkreises und der Landeskirche.

Debatte um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken

Der Kirchenvorstand hat die AntiAtomKettenreaktion von Brunsbüttel nach Krümmel gegen die Verlängerung der Laufzeiten von Atomreaktoren unterstützt. Am 24.4.  trafen sich 120.000 Menschen. Die Kette reichte durch das Gemeindegebiet. Der Kirchenvorstand stand auf der Bahrenfelder Straße.

Auf der Tagung vom September 2010 erklärte die Synode der Nordelbischen Ev.Luth. Kirche: Die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche nimmt mit Sorge den Beschluss der Bundesregierung zur Kenntnis, den 2000/2002 ausgehandelten und gesetzlich geregelten allmählichen Ausstieg aus der Atomenergienutzung um durchschnittlich 12 Jahre hinauszuschieben.
Die Synode sieht mit dieser Ausweitung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken den in Deutschland erreichten gesellschaftlichen Konsens gefährdet, der seit 2002 zu einer Befriedung des lange sehr kontrovers diskutierten Themas geführt hat. Neuer atomarer Müll muss nun entsorgt werden, obwohl es schon bis heute nicht gelungen ist, eine Endlagerstätte für hochradioaktiven Müll einzurichten. Angesichts der nicht gelösten Endlagerfrage ist die weitere Vermehrung atomaren Mülls um einige tausend Tonnen nicht vertretbar.
Mit ihrem Votum schließt sich die Synode der Nordelbischen Kirche ausdrücklich dem Beschluss der Synode der EKD aus dem Jahr 2008 an:
„Kernenergie ist kein verantwortlicher Beitrag zum Klimaschutz und behindert den notwendigen Umbau der Energieversorgung. Vor allem sind ihre Risiken – insbesondere die nicht geklärte Endlagerung und das hohe Schadenspotential –
nach wie vor ungelöst. Wir treten dafür ein, am Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie festzuhalten, dem Vertrieb dieser Technologie in Europa und weltweit eine Absage zu erteilen und den Ausstieg aus klimaschädlichen Energietechnologien weiter voranzutreiben.“ (Kundgebung zu Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel; Synode der EKD, 2008)
Wir fordern daher die Bundesregierung auf, an den seit 2002 geltenden Regelungen zum Atomausstieg festzuhalten und gemeinsam mit den Regierungen der Bundesländer an einem konsensfähigen Konzept zum Umbau der Energieversorgung in Deutschland und zur Förderung regenerativer Energien zu arbeiten.

Debatte um den Verkauf der Elbtreppenhäuser

In seiner Septembersitzung hat der Kirchenvorstand beschlossen:

Der Kirchenvorstand unterstützt die Aktion der Anwohner und Mieter der zur Ev.Luth.Kirchengemeinde Ottensen gehörenden Elbtreppe. Die Elbtreppe liegt in einem Erhaltungsbereich schutzwürdiger Gebäude. Sie stellt ein Relikt des alten Viertels „Neumühlen“ dar. Solche historischen Ensembles müssen einen besonderen Schutz genießen, und allen Beteiligten, AnwohnerInnen und Verantwortlichen muss ausreichend Zeit eingeräumt werden, alternative Lösungen zur Verhinderung eines Abrisses zu erwägen und vorzulegen.
Die Bereitschaft der MieterInnen, das Ensemble gemeinsam zu erstehen und zu erhalten, muss gewürdigt werden. In ähnlichem Zusammenhang hat sich die Kirchengemeinde als Anteilsnehmerin am Erhalt des Künstlerhauses „frise“ beteiligt und wird auch weiterhin mit Aufmerksamkeit die Entwicklungen im Stadtteil begleiten. Der Kirchenvorstand wird die Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren in seinen Einrichtungen auslegen.

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