Lesung: Alles, was wir nicht erinnern

Die Autorin Christiane Hoffmann im Gespräch mit der Psychoanalytikerin Ann Kathrin Scheerer über Flucht und Kriegstraumata

Christiane Hoffmann ist im Jahr 2020 den mehr als 500 Kilometer langen Fluchtweg ihres damals neunjährigen Vaters aus seinem schlesischen Heimatdorf Rosenthal nach Westen nachgegangen. Allein, zu Fuß und auf persönlicher Spurensuche, im Zwiegespräch mit ihrem verstorbenen Vater. Sie erinnert sich an all die überlieferten und (nicht) erzählten Geschichten ihrer Familie und an den damit verbundenen Schmerz: „Ich kenne diese Straße. Ich laufe durch die Albträume meiner Kindheit.“ Sie sitzt in Kirchen, Küchen und Stuben, spricht mit anderen Menschen und viel mit sich selbst. Ihr Buch verwebt Vergangenheit und Gegenwart, Familien- und Zeitgeschichte. Hoffmanns fundiertes Wissen über Osteuropa und die traumatischen Flucht- und Verlusterfahrungen ihrer Eltern, unter deren Auswirkungen sie persönlich lange gelitten hat, machen das Buch auch im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine hochaktuell und thematisieren die Bruchlinien im deutsch-polnisch-russischen Verhältnis.
Christiane Hoffmann stellt ihr Buch vor und spricht mit der Psychoanalytikerin Ann Kathrin Scheerer über individuelle und kollektive Erinnerungsarbeit.
Einnahmen und Honorare der Veranstaltung werden an das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ für Menschen in der Ukraine gespendet. Eine Kooperation von Buchhandlung Christiansen, Kirche Ottensen und altonale. Mit Unterstützung des Verlags C.H.Beck.
Tickets/Reservierungen gibt es hier.